Für Montag, 9. Dezember hatten die Solarblüte Seeheim-Jugenheim, die Büchnerstadt Riedstadt und die katholische Kirchengemeinde Seeheim-Jugenheim, deren Räumen genutzt wurden, zu einer Infoveranstaltung über Wärmepumpen im Altbau eingeladen. Das Interesse war groß, für die über 140 Teilnehmenden reichten die Stühle nicht. Viele von ihnen waren aus Riedstadt angereist, weitere nutzten die Möglichkeit, online teilzunehmen.
Riedstadts Sanierungsmanager Krick sprach zur Funktionsweise von Wärmepumpen: „Wärmepumpen kehren den Fluss thermischer Energie um. So können wir eine Wärmequelle geringer Temperatur mit Hilfe elektrischer Energie zum Heizen oder zur Warmwasserbereitung nutzbar machen.“ Dabei sei es wichtig, die Temperaturdifferenz der Wärmequelle und der Wärmesenke, also der Vorlauftemperatur der Heizung oder Trinkwasserbereitung, möglichst gering zu halten, erläuterte der Professor weiter. Heute ist die Außenluft als Wärmequelle am weitesten verbreitet, denn sie lässt sich einfach nutzen. Damit bleibt die Vorlauftemperatur als wichtige Optimierungsgröße. Da Fußbodenheizungen mit geringen Vorlauftemperaturen auskommen, können sie besonders effizient betrieben werden. Durch verschiedene Maßnahmen kann aber auch die Vorlauftemperatur von Heizkörpern gesenkt werden. Als weitere Option nannte Krick die Heizung mit Luft über Klimaanlagen, die auch heizen können.
Holger Thiesing berichtete ausführlich und fundiert über Voraussetzungen für den effizienten Betrieb von Luft-Wasser Wärmepumpen und stellte dann die Anlage in seinem eigenen Seeheimer Bungalow vor. „Wir haben in unserem Gebäude einige Effizienzmaßnahmen umgesetzt. Das Dach war schon gedämmt, wir haben die Rollladenkästen gedämmt, die Fenster, insbesondere im Keller, dichtgemacht und unseren offenen Kamin geschlossen“. In Kombination mit einem geänderten Nutzerverhalten konnte der Energiebedarf so um etwa 30 Prozent gesenkt werden. „Einige Heizkörper wurden ausgetauscht, andere mit einem Ventilator zur besseren Wärmeabgabe ausgerüstet. So konnten wir die Vorlauftemperatur unserer Heizung auf 45 Grad Celsius senken – und wurden mit einer Jahresarbeitszahl von 3,85 belohnt“, erzählt der Elektroingenieur weiter.
Eine Jahresarbeitszahl von 3,85 bedeutet, dass mit dem Einsatz einer Kilowattstunde (kWh) Strom 3,85 kWh Wärme nutzbar gemacht werden können. „Unsere große 15 kWp Fotovoltaik Anlage kann über die Hälfte des für die Wärmepumpe benötigten Stroms beitragen“, freute sich Thiesing. Das mache auch wirtschaftlich Sinn und sei energieeffizient.
Einen anderen Weg ging Andreas Pabst in seinem Haus. Er hat seit 2018 mehrere Klimaanlagen eingebaut, die auch effizient heizen können. Bei dieser Technik wird die Luft beispielsweise durch ein Gerät an der Wand direkt und schnell aufgewärmt. „Meine Frau ist begeistert“, erzählt der diplomierte Physiker „Wenn sie morgens in die Küche kommt, schaltet sie die Anlage ein, und fünf Minuten später ist der Raum warm“.
Ein Vorteil der Luft-Luft-Wärmepumpen: Sie ermöglichen es, nach und nach von der alten Heizung umzusteigen. Und sie sind viel preiswerter, als die Luft-Wasser-Wärmepumpen. Mit circa einem Drittel der Kosten könne gerechnet werden, meinte Pabst. Das Warmwasser wird bei Familie Pabst über eine separate Warmwasser-Wärmepumpe im Keller bereitet. Es gibt aber auch Geräte, die wie ein Luft erwärmendes Innengerät zusätzlich an ein Außengerät angeschlossen werden können.
Auch die Pabsts haben eine PV-Anlage, die erheblich zum Strombedarf beiträgt. „Besonders geeignet sind die Luft-Luft-Wärmepumpen für Gebäude, in denen es bisher keine wasserführende Heizung gibt, wie mit Nachtspeicheröfen oder elektrisch betriebene Fußbodenheizungen, denn dann braucht bei einer Umstellung auf die Wärmepumpe kein Wasserverteilnetz nachgerüstet zu werden“, berichtete Pabst von den Erfahrungen seines Schwagers.
Ob als Luft-Wasser- oder Luft-Luft-Wärmepumpe: Die Technik sei ausgereift, kostengünstig und effizient zu betreiben, schloss Thiesing zusammenfassend die Veranstaltung.
Die Veranstaltung im katholische Gemeindehaus Seeheim war gut besucht.
Außeneinheit der Luft-Wasser Wärmepumpe von Referent Thiesing
Für Montag, 09. Dezember laden Solarblüte Seeheim-Jugenheim und die Büchnerstadt Riedstadt um 19:00 Uhr ein. Zu Gast sind wir im Bischof-Colmar-Haus in Seeheim. Die Veranstaltung ist kostenlos. Interessierte können sich auch über den nebenstehenden Link einwählen.
Mit dem "Heizungsgesetz" wurde zum Jahresanfang 2024 viel Verunsicherung zum Thema Wärmepumpe ausgelöst. Viele Mythen und Fehlinformationen bestimmen die Diskussionen. Die ehrenamtlichen Aktiven der Solarblüte Seeheim-Jugenheim wollen in einem Vortrag über die Grundlagen von Wärmepumpen informieren, ihre eigenen Erfahrungen aus dem Betrieb von Wärmepumpen teilen, Handlungsempfehlungen geben und Fragen beantworten.
„Durch die Kooperation mit der Solarblüte können wir noch mehr Infos aus der Praxis für die Bürgerinnen und Bürger der Büchnerstadt bereitstellen“, freut sich der Riedstädter Sanierungsmanager Professor Krick über die gemeinsame Veranstaltung.
Er wird die Veranstaltung mit einem einführenden Vortrag zur Funktion und zu unterschiedlichen Wärmepumpenarten eröffnen.
Mit von der Partie ist auch der Seeheimer Elektro-Ingenieur Holger Thiesing. Er wird von seinen Erfahrungen mit einer Luft-Wasser Wärmepumpe im Altbau berichten.
Von einer noch recht unbekannten Möglichkeit der Heizung mit Wärmepumpen berichtet Diplom-Physiker Andreas Pabst. Er erprobt im eigenen Haus Klima-Splitgeräte zur Beheizung. „Das geht erstaunlich gut, ist preiswert in der Anschaffung und bietet die Möglichkeit nach und nach auf die Wärmepumpe umzusteigen“, berichtet er.
Programm
19:00 Uhr Wie funktionieren Wärmepumpen und warum sind sie sinnvoll? Benjamin Krick
19:30 Uhr Beispiel: Luft-Wasser-Wärmepumpe
Holger Thiesing
20:00 Uhr Beispiel: Luft-Luft-Wärmepumpe
Andreas Papst
20:30 Uhr Ende der Veranstaltung
Der Link führt zu einer Google-Meet-Schalte. Teilnehmende mit Windows-PC können sich ohne spezielle App, ohne Google-Konto und ohne Kontaktdaten zu hinterlassen einwählen. Bei anderen Betriebssystemen (z.B. Android) ist dies gegebenenfalls nicht möglich.
Rathausplatz 1
64560 Riedstadt
b.krick(at)riedstadt.de
Telefon: +49 (0) 6158-181-323
www.riedstadt.de
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen
Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.